Pachelbel-Gesamtausgabe

v.l.n.r. Dr. Thomas Röder, Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann (Herausgeber), Prof. Dr. Walter Werbeck, Dr. Katharina Larissa Paech (Herausgeberin), Dr. Wolfgang Thein (Bärenreiter-Verlag), Wolfgang Riedelbach (Initiator der Gesamtausgabe)

Abschluss der Gesamtausgabe der Vokalwerke von Johann Pachelbel

Im Rahmen eines Festaktes im historischen Rathaussaal in Nürnberg wurde am 10. Juli 2015 die Gesamtausgabe der Vokalwerke Johann Pachelbels mit der Präsentation des elften und letzten Bandes "Magnificat III" feierlich abgeschlossen. Prof. Dr. Walter Werbeck (Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald) hielt den Festvortrag. Jan Kobow (Tenor) und das Ensemble "London Baroque" musizierten Arien und instrumentale Kammermusik von Pachelbel. Am folgenden Tag fand in der Sebalduskirche, Pachelbels einstigem Wirkungsort, ein Konzert des Festivals "Musica Franconia" statt, bei dem größer besetzte Vokalwerke erklangen. 

 

Die Gesamtausgabe wurde 2008-2015 im Auftrag des Instituts für Musikforschung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (bis 2008: Institut für Musikwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) und des Instituts für Kirchenmusik der Kunstuniversität Graz von Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann (Halle), Dr. Katharina Larissa Paech (Graz) und Dr. Thomas Röder (Würzburg) herausgegeben. Die wissenschaftliche Grundlage bildete zu einem nicht unwesentlichen Teil die 2006 von Dr. Paech an unserem Institut verfasste Dissertation "Johann Pachelbel. Geistliche Vokalmusik", die neben detaillierten Quellenstudien auch ein Pachelbel-Werke-Verzeichnis (PWV) enthält (Betreuer: Prof. Dr. Franz Karl Praßl). Die elf Bände der Gesamtausgabe erschienen im Bärenreiter-Verlag. Jeder Band enthält neben dem Notentext einen ausführlichen Kritischen Bericht. 

 

Pachelbel wurde lange Zeit nur als Orgelkomponist und Schöpfer des weltberühmten „Kanon“ für drei Violinen und Basso continuo wahrgenommen. Wie manche seiner Zeitgenossen wurde er oftmals auf einen „Vorgänger Bachs“ reduziert. Durch die Edition der umfangreichen Vokalmusik ist es möglich, diese einseitige Wahrnehmung zu korrigieren. Die virtuosen Concerti über Psalmtexte oder die groß anlegten „Magnificat“-Vertonungen zeigen, dass Pachelbel zu den bedeutendsten deutschen Komponisten der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu zählen ist. Seine Musik verbindet auf künstlerisch und klanglich höchst überzeugende Weise Einflüsse des katholischen Süddeutschland/Österreich mit der protestantischen Tradition Mitteldeutschlands und spezifisch nürnbergischen Elementen. 

 

Die Gesamtausgabe bietet ForscherInnen eine hervorragende Grundlage zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Pachelbels Vokalwerken wie auch MusikerInnen einen zuverlässigen Notentext für Aufführungen in Konzerten oder Gottesdiensten.

Die Edition wurde gefördert durch die Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg, den Bezirk Mittelfranken, den Kulturfonds der VG Musikedition, den Karl Graf Spreti-Sonderfonds der Bayerischen Volksstiftung, die Gesellschaft “Musica Franconia” e. V. Nürnberg und die Landgraf-Moritz-Stiftung.

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